
© Daniel Auer, v.l.n.r.: Franz Tragner (UAW), Elisabeth Punesch (Land Niederösterreich), Sandra Weibold (Land Niederösterreich), Doris Schmidl (Abgeordnete zum Landtag Niederösterreich)
„Nix übrig für Verschwendung“ haben 31 engagierte Küchenbetriebe in Niederösterreich: Sie zeigen, wie sich Lebensmittelabfälle vermeiden und wertvolle Lebensmittel retten lassen und wurden bei einer Fachtagung in St. Pölten am 30. September 2026 ausgezeichnet. Durch eine genauere Mengenplanung, bessere Auswahlmöglichkeiten und das laufende Nachbestücken von Buffets können einige Küchen in ganz Niederösterreich Erfolge bei der Vermeidung von Lebensmittelabfall verzeichnen.
Lebensmittelabfälle sind weltweit eine große Herausforderung, Niederösterreich ist hier keine Ausnahme. Global gesehen wird ein Drittel der Lebensmittel als Abfall entsorgt. Bei jenen 31 niederösterreichischen Großküchen, die seit mehreren Jahren ein genaues Monitoring ihrer Lebensmittelabfälle vornehmen, macht der Lebensmittelabfall heute nur noch durchschnittlich 15 % aus. In den letzten fünf Jahren ist es Pionier-Betrieben nämlich gelungen, ihre Abfälle um ganze 40 % zu reduzieren.
Auch wenn solche NÖ-Vorzeigebetriebe im globalen Vergleich gut dastehen, fallen in der ganzen niederösterreichischen Außer-Haus-Verpflegung pro Jahr immer noch über 30.000 Tonnen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen an. „Wertschätzung und Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmittel ist ein Gebot der Stunde. Angesichts der aktuellen Herausforderungen müssen wir noch mehr auf unsere Ressourcen achten. Ich gratuliere daher den niederösterreichischen Unternehmen, die durch ihr Engagement für weniger Lebensmittelabfall Beachtliches erreicht haben“, lobt Landtagsabgeordnete Doris Schmidl die Leistungen der Vorzeige-Großküchen.
Mit einfachen Maßnahmen weniger Lebensmittelabfall
Aktuell liegen die entsorgten Lebensmittelabfälle bei den niederösterreichischen Partnerbetrieben von United Against Waste zwischen 3 und 33 % der ausgegebenen Essensmenge. Das zeigt das laufende Abfallmonitoring, an dem sich Spitäler, Pflegeheime, REHA-Kliniken, Betriebsrestaurants und Bildungseinrichtungen beteiligen. Auf Basis dieser Daten setzen die Betriebe zum Beispiel folgende Maßnahmen zur Verbesserung um: sie passen ihre Mengenplanung an, bieten Gästen statt fixen Menüs mehr Wahlmöglichkeiten, bestücken Buffets nicht zu üppig aber dafür laufend nach oder geben Essen kostengünstig an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter. Und falls beispielsweise einmal doch zu viel Gulasch gekocht wurde, wird es kreativ weiterverarbeitet und als Reisfleisch angeboten.
Die erfolgreichen Vorreiter wurden im Rahmen eines Branchenevents für Großküchen in St. Pölten, anlässlich des Welttags gegen Lebensmittelverschwendung (29.09.), für ihre Erfolge ausgezeichnet. Mit dem Titel „Best of Austria“ und einem Verlustgrad von nur 3 % kann sich das Sodexo-Betriebsrestaurant bei TÜV Austria schmücken.
Punkten konnten auch Standorte der NÖ Landesgesundheitsagentur, so das Uniklinikum Neunkirchen, das Landesklinikum Mauer und das Pflege- und Betreuungszentrum Berndorf. Zu den weiteren ausgezeichneten Betrieben zählen die FH St. Pölten und das Alten- und Pflegeheim Marienheim von Sodexo, das Betriebsrestaurant der Gebrüder Weiss Logistik der GMS GOURMET GmbH sowie das kokon Reha Bad Erlach von HCC Austria.
Gleichzeitig konnte eine Vielzahl an Küchenverantwortlichen bei der Branchentagung am 30.09.2026 in St. Pölten vom Wissen jener Akteure profitieren, die sich seit Jahren mit Lebensmittelabfallreduktion beschäftigen. Das Fazit: Es braucht keine großen Investitionen, sondern nur einen sorgsamen Blick, regelmäßige Weiterbildung und eine gute interne Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Verantwortlichen in den Einrichtungen und Betrieben.
Das Abfallmonitoring von United Against Waste zeigt: pro Jahr entsorgt eine durchschnittliche Großküche in Österreich Lebensmittel mit einem Warenwert rund 150.000 Euro als Abfall. Geld, das in Zeiten knapper Budgets sinnvoller eingesetzt werden kann.

