Gemeinsam gegen Lebensmittelabfälle – Krankenhaus-Austauschtreffen 2026

Gemeinsam gegen Lebensmittelabfälle in Krankenhäusern

Franz Tragner (UAW), Betriebsdirektor Bernd Leinich und Wirtschaftsleiter Michael Kazianschütz (LKH Univ. Klinikum Graz) (c) KAGES - LKH Univ. Klinikum Graz

Krankenhäuser zählen zu den größten Akteuren der heimischen Gemeinschaftsverpflegung: Jährlich werden in österreichischen Spitälern rund 75 Millionen Mahlzeiten zubereitet – mit entsprechend großem Einfluss auf Ressourcenverbrauch und Nachhaltigkeit.

Vor diesem Hintergrund lud United Against Waste die Partner aus dem MONEYTOR Programm am 25. Juni 2026 zum österreichweiten Austausch ins Universitätsklinikum Graz.

Neo-Betriebsdirektor Bernd Liebich begrüßte die Teilnehmer:innen und betonte die Relevanz des Themas auch aus Sicht der Spitalsleitung. Neben der KAGes waren unter anderem die Oberösterreichische Gesundheitsholding (OÖG) sowie die Niederösterreichische Landesgesundheitsagentur (NÖLGA) vertreten. Auch private Betreiber wie Contento, Vinzenz Gruppe und Kulinario brachten ihre Perspektiven ein.

Österreichweites Krankenhaus Austauschtreffen zu Lebensmittelabfall - Foto: LKH Univ. Klinikum Graz


Voneinander lernen – gemeinsam wirksam werden

Unter dem Motto „Voneinander lernen und Lebensmittelabfälle gemeinsam reduzieren“ stand der fachliche Austausch im Zentrum.

Dabei wurde deutlich: Lebensmittelabfall ist kein isoliertes Küchenthema, sondern eine Herausforderung entlang der gesamten Versorgungskette – von der Bestellung über die Produktion bis zur Ausgabe. Die Entwicklung und Weitergabe von Know-How spielt für UAW und seine Partner seit jeher eine wichtige Rolle. Besonders die Ausbildungsschiene „Food Waste Coach“, in der Personen aus der Verpflegung ausgebildet werden, im eigenen Betrieb Quellen von Lebensmittelabfall zu erkennen und Maßnahmen dagegen zu entwickeln. Im Zuge des Austauschworkshops stand diesmal übergreifende Themen im Fokus:

  • die Rolle des Managements, um das Thema strategisch zu verankern
  • die Zusammenarbeit zwischen Pflege, Küche und Diätologie
  • sowie strukturelle Rahmenbedingungen, die Abfall begünstigen oder vermeiden

Die Diskussion zeigte, dass nachhaltige Fortschritte vor allem dort gelingen, wo Verantwortung organisationsübergreifend getragen wird.


Daten schaffen Transparenz – und konkrete Hebel

Zentrale Grundlage für den Workshop bildeten aktuelle Auswertungen aus dem MONEYTOR-Monitoring, aber auch vertiefende Analysen der Monitoringdaten. Sie machen sichtbar, wo Potenziale liegen – und was bereits erreicht wurde.

Die Ergebnisse der einzelnen Betreiber und Standorte wurden den Teilnehmern präsentiert. Durchschnittlich konnten die teilnehmenden Krankenhäuser seit ihrem jeweiligen Einstieg in das Programm ihre Lebensmittelabfälle um ein Drittel reduzieren. Eine Einsparung von Tonnen Treibhausgasen im Millionenbereich.

Es zeigt sich deutlich: Gezielte Maßnahmen zeigen Wirkung – sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich.


Von Best Practices zu konkreten Maßnahmen

Im Workshop wurden nicht nur Zahlen verglichen, sondern vor allem erfolgreiche Lösungsansätze greifbar gemacht:

  • Optimierung der Bestellprozesse zwischen Pflege und Küche
  • genauere Mengenkalkulation und Produktionsplanung
  • Anpassung von Portionsgrößen und Wahlmöglichkeiten

Wie aus dem Monitoring von UAW hervorgeht, konnten manche Häuser durch gezielte Maßnahmen ihre Lebensmittelabfälle in den letzten Jahren teils um bis zu 50 % reduzieren konnten.

Das Universitätsklinikum Graz unter der Leitung von Küchenchef Thomas Sommer gilt hier als Vorzeigebeispiel.


Blick hinter die Kulissen

Auch der persönliche Austausch kam nicht zu kurz:
Bei der gemeinsamen Mittagspause konnten sich die Teilnehmer:innen selbst ein Bild von der Spitalsverpflegung machen.

Führung durch das Logistikzentrum der Universitätsklinik - Foto: UAW

Ein besonderes Highlight war die Führung durch das Logistikzentrum der Klinik durch Wirtschaftsleiter Kazianschütz – inklusive Einblicken in die größte Krankenhausküche der Steiermark.

 


Ausblick und Dank

Der Workshop hat gezeigt:

  • Das Potenzial zur Reduktion von Lebensmittelabfällen in Krankenhäusern ist groß – und wird zunehmend gehoben.
  • Gleichzeitig bleibt die Herausforderung komplex und erfordert gemeinsames Lernen, Transparenz und strategische Verankerung.

 

Ein großer Dank gilt dem Universitätsklinikum Graz unter der Leitung von Michael Kazianschütz für die Gastfreundschaft und die Möglichkeit, dieses österreichweite Austauschtreffen vor Ort durchzuführen.