Erwartungen und Einstellungen der Gäste

„Welche Auswahl erwarten sich die Gäste am Buffet? Wie groß ist die Nachfrage nach XXL-Portionen? Wird im Betriebsrestaurant bis zur letzten Minute die volle Menüauswahl erwartet?”

Bei den Veranstaltungen von United Against Waste zeigten sich innerhalb der Branche unterschiedliche Einschätzungen zu solchen Fragen, die den Kunden betreffen. Durch eine breit angelegte Meinungsumfrage hat United Against Waste dazu eine belastbare Informationslage geschaffen – damit Betriebe künftig die Maßnahmen zur Lebensmittelabfallvermeidung dort setzen, wo der Kunde sie auch mitträgt.

Frauen und ältere Menschen empfinden die Portionen vermehrt als zu groß, speziell bei Männern gilt „Lieber zu viel als zu wenig“; mehr Wahlmöglichkeiten bei Portionsgrößen und Beilagen werden gewünscht.

  • Sind Österreicher*innen bereit, Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfall in Küchenbetrieben mitzutragen?

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Bei Lebensmittelabfällen in Betriebskantinen, Gesundheitseinrichtungen, Hotels und Restaurants gibt es Einsparpotenzial – und dabei kann auch der Gast mitwirken. Dies zeigt eine österreichweit repräsentative Konsumentenbefragung (1.000 Befragte), die von UAW in Auftrag gegeben und von MindTake Research erstellt wurde.

 „Speisen, die am Teller oder am Buffet übrig bleiben und entsorgt werden müssen, machen in der Außer-Haus-Verpflegung einen wesentlichen Teil der vermeidbaren Lebensmittelabfälle aus. Hier spielen die Erwartungen der Gäste zum Beispiel hinsichtlich der Portionsgrößen oder der Vielfalt des Angebotes eine wichtige Rolle. Bei Maßnahmen zur Abfallvermeidung ist deswegen auch der Gast gefragt – in doppelter Hinsicht.“

Josef Pirker, Geschäftsführer von AGM und Mitbegründer von UAW

Zu wenig Problembewusstsein, Unterschiede nach Alter und Geschlecht

60% der Österreicherinnen und Österreicher empfinden es nicht als unangenehm, wenn sie außer Haus essen und eine Portion bekommen, die zu groß ist, um sie aufzuessen. Generell zeigen die Befragungsergebnisse, dass die Portionsgrößen über alle Betriebstypen hinweg mehrheitlich (>60%) als „gerade richtig“ empfunden werden. Der Anteil jener Befragten, die die Portionen als zu groß empfinden ist bei Frauen mit 34% deutlich höher als bei Männern mit 22%. Mit 35% empfinden auch mehr ältere Personen (zwischen 60 und 80 Jahre) die Portionen eher zu groß als jüngere (22% bei den 30- bis 39-Jährigen).

Dieser Unterschied zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen macht sich auch bei der Einstellung bemerkbar: Das Motto ‚Lieber zu viel am Teller als zu wenig‘ gilt vor allem für Männer. Diese stimmen mit 57% der Aussage deutlich öfter zu als Frauen mit 44%. Ebenfalls ist die Zustimmung zu dieser Aussage bei jüngeren Personen wesentlich höher als bei älteren. Bei den 30- bis 39-Jährigen liegt die Zustimmung zu der Aussage bei 67%, bei den 60- bis 80 Jährigen bei 34%.

Der Gast schätzt Engagement gegen Lebensmittelabfall und möchte Qualität vor Quantität

Die Reduktion von Lebensmittelabfall liegt mit 35% neben den Aspekten Regionalität (52%), Saisonalität (47%) und Engagement für die Mitarbeiter (43%) unter den meistgenannten Nachhaltigkeitsthemen, zu denen sich der Gast ein Engagement von Verpflegungs- und Tourismusbetrieben erwartet.

Es kommt bei den Kunden gut an, wenn man aktiv seine Maßnahmen zum sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln kommuniziert!

Die Umfrageergebnisse zeigen auch, dass sich die Österreicherinnen und Österreicher recht einig sind, was sie an guten Betrieben schätzen. Eine hohe Qualität der Speisen, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und freundliches Personal sind Aspekte, die bei Restaurants als besonders wichtig eingestuft werden. In Hotels ist darüber hinaus noch die Sauberkeit ein ausschlaggebender Faktor. Große Essensportionen und üppig gefüllte Buffetbehälter sind hingegen für die Gäste hinten auf der Prioritätenliste, sowohl in der Gastronomie als auch in der Hotellerie.